Ein Elefantenkalb mit seinem Pfleger

Die Elefantenkuh Kumbuk

Die Grossvettern Fritz und Paul Sarasin schenken Basel einen Elefanten

Das Naturhistorische Museum Basel besitzt ein Elefanten-Skelett. Auf den beiden Fotos ist der Schädel abgebildet, sowie die Milchzähne. Neben dem Schädel steht ein Schild. Darauf steht: Elephas maximus. «Schädel des indischen Elephanten ‹Miss Kumbuk› der von 1886 bis 1917 im Zoologischen Garten Basel gelebt hat.»

Die Elefantenkuh Kumbuk war 1886 von Fritz und Paul Sarasin dem Basler Zoo geschenkt worden. Fritz und Paul Sarasin waren Cousins zweiten Grades. Gemeinsam hatten sie 1882 an der Universität Würzburg bei Carl Semper in Zoologie promoviert. Im gleichen Jahr waren sie zu einer wissenschaftlichen Expedition nach Sri Lanka aufgebrochen. 1886 kehrten sie nach Europa zurück – im Gepäck neben vielem anderen auch das Elefantenkalb Kumbuk.

Die Grossvettern Sarasin hatten Miss Kumbuk 1885 bei einer «wissenschaftlichen Elephantenjagd» gefangen. Sie ist nach dem Fluss Kumbukkan Oya im Südosten von Sri Lanka benannt.

Eine erste Fotografie zeigt das kleine Elefäntchen mit einem Pfleger in Sri Lanka. Das Tier kam mit Schiff und Zug nach Basel, die genaue Route jedoch ist unbekannt.

In Basel wurde Kumbuk zu einem Star, der viele Besucherinnen und Besucher in den Zolli lockte: Sie war der erste Elefant in einem Schweizer Zoo. In den ersten Jahren lebte sie zusammen mit einem Tapir im Elefantenstall neben dem Direktionsgebäude. Da sie später dafür zu gross wurde, baute der Architekt Rolf Tschaggeny 1891 für sie ein Elefantenhaus im orientalischen Stil. Über ihren Einzug in das neue Gebäude entstand ein Kinderbuch von Emil Beurmann, und der Zoo machte mit Postkarten und Plakaten auf die Attraktion aufmerksam.

1917, während des Ersten Weltkriegs, starb Kumbuk. Sie war damals der drittälteste Elefant in Europa. Der Zoo übergab ihren Körper dem Naturhistorischen Museum, wo das Skelett von Herrn G. Schneider, dem Chefkonservator, konserviert wurde.

Auch über seinen Tod hinaus blieb der beliebten Elefant im Stadtbild verankert: Am Schlüsselberg 9 kreierte der Künstler Carl Gutknecht ein Relief in Erinnerung an den Elefanten. Und auch das Projekt des neuen Völkerkundemuseums, das die Herren Architekten Eduard, Ernst und Paul Vischer gewannen, hiess Cumbuk.

StABS BSL 1001 G1.2_28_02_b